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Wälder

Der Wald ist bis heute der wichtigste Lebens- und Erholungsraum geblieben, über ein Drittel aller in der Schweiz vorkommenden Tier- und Pflanzenarten sind von ihm abhängig. Er bedeckt heute rund ein Drittel der Schweizer Landfläche, seine Ausdehnung ist stabil. Viel geringer ist zurzeit noch der Anteil Naturwaldreservate, man beabsichtigt aber, solche Flächen in Zukunft zu vergrössern. Hauptgefahr für den Wald in der Schweiz ist die weiterhin zunehmende Versauerung der Böden. Die Qualität des Waldes insgesamt gesehen hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Durch die Ansammlung von mehr Totholz, mehr naturnahem Laubwald im Mittelland und durch mächtigere Bäume sind die Schweizer Wälder insgesamt naturnaher geworden.

Geschichte

Vor dem breitflächigen Verändern des Landschaftsbildes durch den Menschen war mit Ausnahme der Alpen fast die gesamte Schweizer Fläche mit Urwäldern bedeckt.

Natürliche Waldränder

Waldränder gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Schweiz. Natürliche Wälder hören nicht abrupt mit hohen Bäumen auf, sondern bilden an den Rändern einen sanften Übergang zu den Wiesen. Nach den hohen Bäumen folgen jüngere Bäume, dann hohe Sträucher und jüngere Sträucher und zuletzt noch die Kraut- und Saumschicht. Natürliche Waldränder sind fast nicht zu durchdringen und bieten gerade damit vielen Tier- und Pflanzenarten ungestörtes Dasein. Auch die angrenzenden Felder sollten extensiv bewirtschaftet werden, ansonsten kann man nur schwer von natürlichen Waldrändern sprechen.

Naturwaldreservate

Naturwaldreservate bringen der Pflanzen- und Tierwelt eine Möglichkeit, sich zurückziehen zu können und sich frei von menschlichen Eingriffen entwickeln zu können. Solche Wälder werden nicht wirtschaftlich genutzt, sondern sich selbst überlassen. Mittel- und langfristig steht die Anzahl der Pflanzen- und Tierarten in solchen Gebieten in keinem Vergleich zum wirtschaftlich genutzten Wald. Auch seltene Pilze, Moose und Flechten profitieren vom grösseren Angebot an Totholz und vom Übergang von sehr lichten in dichtere Wälder. Ein grosses zusammenhängendes Naturwaldareal, von dem auch der Luchs profitieren könnte, fehlt derzeit noch in der Schweiz.

Gefahren

Der oft zitierte Borkenkäfer ist zwar ein wirtschaftliches Ärgernis für die Waldbesitzer, stellt aber für den Wald an sich keine Bedrohung dar. Die grösste Gefahr geht mehr denn je von der Versauerung der Böden aus, die weiterhin zunimmt. Ein Grossteil dieser Versauerung hat die Landwirtschaft durch Massentierhaltung und das Güllen zu verantworten. Dadurch gelangt unnatürlich viel Stickstoff in die Luft und wird von den Bäumen durch die Blätter aufgenommen. Dies führt nicht nur zur Kronenverlichtung, weniger Standhaftigkeit der Bäume und zur Ausbreitung von allen stickstoffliebenden Pflanzen, sondern bedeutet auch ein Langzeitrisiko für den Wald. Gebietsfremde Arten (= Exoten) bedecken 0,6% der Schweizer Waldfläche und sind zumindest noch keine Gefahr für unsere Wälder. Nur die Robinie breitet sich auf Kosten von seltenen heimischen Arten weiter aus.